Nestlé-Aktie: So winkt beim Defensiv-Star eine zweistellige Rendite


Das für Lebensmittelaktien wie Nestlé gerne verwendete Kaufargument “Gegessen wird immer” mag zwar etwas “ausgelutscht” sein, doch angesichts einer wenig berauschenden Weltkonjunktur hat es derzeit wieder einmal Hochkonjunktur. Im Vorfeld der anstehenden Unternehmenszahlen scheint die Unsicherheit angesichts des rückläufigen Aktienkurses aber relativ ausgeprägt zu sein. Bleibt eine negative Überraschung aus, sollte dem SMI-Indexschwergewicht auf dem reduzierten Kursniveau zumindest eine Seitwärtsbewegung gelingen.

Von fundamentaler Seite macht vor allem eine Ende Juni gemeldete Personalie Hoffnung. Zum 1. Januar wird nämlich Ulf M. Schneider, der bis 30. Juni den DAX-Konzern Fresenius SE geleitet hat, in die Chefetage von Nestlé wechseln. Seine Bilanz bei Fresenius kann sich sehen lassen. Schneider war seit dem 28. Mai 2003 Vorstandsvorsitzender von Fresenius und hat in seiner Amtszeit den Konzernumsatz vervierfacht und den Gewinn sogar mehr als verzwölffacht. An der Börse verteilten Investoren bei der Nestlé-Aktie daraufhin eifrig Vorschusslorbeeren von in der Spitze 14 Prozent. Die Hälfte wurde mittlerweile aber wieder “einkassiert”. Diese Normalisierung bietet sich nun zum Einstieg mit defensiver Geschmacksnote an.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs war von der Personalentscheidung vollauf begeistert und hat Mitte September die Nestlé-Aktie deshalb von “Sell” auf “Buy” hochgestuft und dabei das Kursziel von 65 auf 90 Franken erhöht. Seither haben weitere Analysehäuser ihre Kaufempfehlung für das Schweizer Unternehmen bekräftigt. Dabei handelte es sich um die US-Investmentbanken JPMorgan Chase und Morgan Stanley. Beide stufen den SMI-Wert als kaufenswert ein, wobei ihm die Analysten von JPMorgan Chase ein Kursziel von 88 Franken einräumen. Noch optimistischer sind die Aktienexperten von Merrill Lynch – deren Kursziel wurde nämlich vor ungefähr einem Monat mit 97 Franken angegeben.

Aus charttechnischer Sicht herrscht bei der Nestlé-Aktie derzeit ein hohes Maß an Spannung. Grund: Der Aktienkurs notiert nur knapp oberhalb der 200-Tage-Linie. In der Chartlehre gilt deren nachhaltiges Unterschreiten als klares Verkaufssignal. Doch diese Regel muss bei Nestlé nicht allzu ernstgenommen werden. Der Titel hat in den vergangenen drei Jahren nämlich insgesamt 17mal die langfristige Durchschnittslinie verletzt, ohne nachfolgend einen Trendwechsel nach unten zu vollziehen. Übergeordnet betrachtet kann man der Aktie seit 30 Jahren einen intakten Aufwärtstrend attestieren. Auf Sicht von fünf Jahren verläuft die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals oberhalb von 70 Euro. Besonders interessant: In diesem Bereich existiert zudem eine massive charttechnische Unterstützungszone. Diese dürfte selbst im Falle eines weiteren Rücksetzers erheblichen Halt geben.

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