Nasdaq 100 – Apple, Facebook & Co: Für Entwarnung ist es zu früh

Seit Wochen zeigen weder DAX noch Dow Jones eine klare Richtung. Das ewige Hin und Her zehrt an den Nerven, viele Investoren halten ihr Pulver trocken. Zu den wenigen Gewinnern zählen die US-Technologieaktien. Seit dem Brexit-Tief kletterte der Nasdaq 100-Index um etwa 16 Prozent und hält damit den S&P 500 mit gut neun Prozent auf Distanz. Inzwischen spielen die US-Technologietitel eine immer größere Rolle. Die Gewichtung im S&P 500 liegt bei gut 21 Prozent, Apple, Facebook & Co. haben so viel Einfluss wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Die vier wertvollsten Unternehmen im US-Leitindex haben ihre Wurzeln im Silicon Valley: Apple, Alphabet, Microsoft und Facebook. Anleger sollten die Aktien genau im Auge behalten, denn die vier Schwergewichte bringen im Nasdaq 100 eine Gewichtung von rund 30 Prozent auf die Börsenwaage. In den kommenden Wochen berichten die Konzerne über ihre Geschäfte im abgelaufenen Quartal. Dann wird sich zeigen, ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren. Analysten sind optimistisch gestimmt und haben teilweise hohe Erwartungen. Bei Facebook soll das Ergebnis je Aktie um rund 70 Prozent auf 0,96 Dollar steigen, Microsoft wird ein leichter Anstieg auf 0,68 Dollar zugetraut, Alphabet soll mit 8,64 Dollar ein knapp 20 Prozent höheres Ergebnis liefern. Platz für Enttäuschungen ist nicht vorhanden, denn die Bewertungen erscheinen recht ambitioniert. Auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate wird für den Nasdaq 100-Index ein KGV von knapp 19 aufgerufen. Der 10-Jahres-Durchschnitt liegt hingegen nur bei 16,8. Ähnliche Aufschläge liegen auch beim Kurs-Buchwert- und Kurs-Cashflow-Verhältnis vor.

Böses Omen aus 2007

Aber nicht nur aus dem fundamentalen Blickwinkel ist Vorsicht angebracht, auch die Charttechnik kann nicht restlos überzeugen. Mit dem Ausbruch des Nasdaq 100 über das Rekordhoch aus dem Jahr 2000 bei 4816 Punkten ist die Technologieblase der Jahrtausendwende endlich abgearbeitet. Allerdings kam es bisher nicht zu Anschlusskäufen, zudem wurde das neue Hoch nicht durch die anderen Indizes bestätigt. Dies ist an sich noch kein negatives Zeichen, denn die Technologieaktien gelten als Vorlaufindikator. Allerdings läuft die Zeit gegen die Bullen. Zudem kommen Erinnerungen an 2007 auf, als der Nasdaq 100-Index ebenfalls im Herbst ein höheres Hoch markierte und der S&P 500 bereits nach unten kippte. Was dann folgte, hat jeder Anleger in schlechter Erinnerung.

Interessant sind daher Papiere, die auch bei einer Seitwärtsbewegung ordentlich Rendite bringen. Passend dafür bieten sich StayHigh-Optionsscheine an wie die WKN SE51R2. Sollte der Nasdaq 100-Index bis zum Bewertungstag Mitte März 2017 über 4300 Punkten bleiben, erzielen Anleger eine Rendite von 26 Prozent oder 65 Prozent p.a. Der Abstand von rund elf Prozent bis zur Knock-out-Schwelle dürfte sich als ausreichend erweisen, vorgelagert zeigt der Chart bei 4500 (Untergrenze des langfristigen Aufwärtskanals) und dem Tief bei 4650 Punkten gute Unterstützungen.

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins “Index-Radar”. Der Spezialist für Technische Analyse ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF), Gastautor bei n-tv und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare, referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) und betreute mehrere Jahre für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. www.index-radar.de

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