Dax fällt – Linde-Aktie profitiert von Zahlen

Dax und EuroStoxx50 verloren am Freitag jeweils 0,6 Prozent auf 10.657 und 3067 Punkte. “Anleger haben sich wohl entschieden, im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl auf Nummer sicher zu gehen und ihr Aktien-Engagement zurückzufahren”, sagte Händler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Am 8. November entscheiden die Amerikaner, ob die Demokratin Hillary Clinton oder der Republikaner Donald Trump ins Weiße Haus einzieht. Trump gilt als Investorenschreck, weil seine politischen und wirtschaftlichen Pläne unklar sind.

Aus den USA kamen auch von Unternehmensseite unerfreuliche Nachrichten für Anleger. Der Internet-Gigant Amazon verdiente weniger als erwartet und gab einen zurückhaltenden Ausblick auf das für ihn wichtige vierte Quartal. Nachbörslich fielen die Aktien um sechs Prozent.

An den Anleihemärkten machten Spekulationen über eine striktere Geldpolitik in der Euro-Zone die Runde, wodurch der Bund Future unter Druck geriet und auf den tiefsten Stand seit Mitte März fiel. Dieser gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung der langfristigen Zinsen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zog im Gegenzug deutlich an und erreichte mit zeitweise 0,219 Prozent den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Mit Spannung warteten Anleger auch auf die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts im Tagesverlauf, von dem sie sich neue Hinweise auf den Zeitpunkt einer Zinserhöhung erhoffen. Börsianer sehen die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im Dezember mittlerweile bei fast 80 Prozent.

GEA GROUP FALLEN ANS ENDE IM MDAX

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt stachen Linde hervor mit einem Plus von 2,8 Prozent. Der Gasekonzern verschärft nach der gescheiterten Fusion mit dem US-Rivalen Praxair sein Sparprogramm. Ab 2019 sollen pro Jahr 550 Millionen Euro eingespart werden, 370 Millionen Euro mehr als bisher geplant.

Dem Anlagenbauer Gea Group machten eine schwache Auslastung in einigen Geschäftsbereichen und höhere Kosten zu schaffen. Der Gewinn stürzte im dritten Quartal ab. Das tat auch die Aktie, sie verlor 3,1 Prozent.

Wenig Begeisterung herrschte auch über das Kaufinteresse von Compugroup am belgischen Grafik- und Druckspezialisten Agfa-Gevaert. Die Übernahme mache zwar strategisch Sinn, die Gefahr bestehe aber, dass sich der Medizinsoftware-Entwickler damit übernehme, sagte ein Aktienhändler. Die Aktien fielen im TecDax um zwei Prozent. Agfa-Titel zogen um 4,8 Prozent an.

An der Börse in Paris gewannen Sanofi nach einem überraschend guten dritten Quartal 7,1 Prozent. Der französische Pharmakonzern profitierte von seiner Biotech-Tochter Genzyme und einem frühen Start der Grippeimpfungen in den USA.

rtr

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