Dax fällt: Clintons E-Mail-Affäre macht Anleger nervös – Deutsche Bank-Aktie im Minus

“Süßes oder Saures? Die US-Wahl wird nochmal ungemütlich”, fasste LBBW-Analyst Clemens Bundschuh die Stimmung zusammen. Clintons republikanischer Rivale Donald Trump gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als Investorenschreck. Der Dax gab bis zum Nachmittag 0,3 Prozent auf 10.668 Punkte nach. Der EuroStoxx50 verlor 0,6 Prozent auf 3060 Zähler. An der Wall Street notierten der Dow-Jones – und der S&P500 -Index zu Handelsbeginn leicht im Plus.

Die Umsätze waren insgesamt gering, da viele Investoren sich so kurz vor der Wahl am Dienstag in einer Woche nicht mehr zu weit aus dem Fenster lehnen wollten. Zudem fehlten viele auch feiertagsbedingt: In ostdeutschen Bundesländern wurde am Montag der Reformationstag begangen, in vielen westdeutschen Ländern, darunter Nordrhein-Westfalen und Bayern, ist am Dienstag wegen Allerheiligen Feiertag. Daher nutzten einige Anleger die Brückentage für einen Kurzurlaub.

Clinton hatte während ihrer Zeit als Außenministerin dienstliche Mails über einen privaten Server laufen lassen. Am Freitag teilte FBI-Chef James Comey überraschend mit, die Bundespolizei habe neue E-Mails entdeckt, die in der Affäre sachdienlich sein könnten. Trump nutzte dies für eine Wahlkampf-Offensive. Umfragen zufolge verringerte sich der Vorsprung Clintons. Ein Sieg des Immobilien-Milliardärs dürfte die Märkte gehörig durcheinanderwirbeln, da seine politischen und wirtschaftlichen Ziele nicht klar sind.

Der Dollar, der bereits am Freitag nachgegeben hatte, erholte sich aber wieder etwas. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Pfund Sterling oder Yen widerspiegelt, stieg um 0,3 Prozent. Der Euro rutschte im Gegenzug auf 1,0945 von 1,0983 Dollar am Freitag.

FIELMANN NACH AUSBLICK UNTER DRUCK – RIB SOFTWARE GEFRAGT

Im Dax setzten Fresenius und Merck ihre Talfahrt vom Freitag im Sog schwacher Ergebnisse von US-Konkurrenten mit Abschlägen von 0,7 und 0,5 Prozent gebremst fort. Die Aktien der Deutschen Bank gaben ebenfalls 0,4 Prozent auf 13,27 Euro nach. Die Monatsbilanz kann sich aber sehen lassen: Nach ihrem Rekordtief vom September stehen die Titel mit einem Plus von rund 15 Prozent seit Monatsbeginn vor ihrem besten Oktober-Ergebnis seit fünf Jahren.

Auf Talfahrt gingen im MDax Fielmann : Die Optikerkette rechnet für das laufende Jahr mit Gewinneinbußen. Die Titel stürzten um bis zu 9,7 Prozent auf 60,95 Euro ab und notierten damit zeitweise so niedrig wie zuletzt Mitte Oktober vorigen Jahres.

Im Londoner “Footsie” waren WPP mit einem Kursplus von 4,2 Prozent Spitzenreiter. Das Umsatzwachstum der weltgrößten Werbeagentur verlangsamte sich wegen der Verunsicherung rund um das Brexit-Referendum weniger stark als erwartet.

Der geplante Zusammenschluss mit der Öl- und Gassparte von General Electric (GE) gab im frühen US-Handel Baker Hughes Auftrieb. Die Aktien des Ölindustrie-Dienstleisters stiegen um 2,1 Prozent. GE notierten 0,7 Prozent höher.

rtr

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