DAX: Es bleibt ein bitterer Geschmack

Durch den starken Rücksetzer in der zweiten Hälfte der Vorwoche hat der Deutsche Aktienindex Hoffnungen auf eine stabile kurzfristige Erholungsbewegung zunächst wieder zerstört. Der erneute Rückfall unter den Monatsdurchschnittskurs (blau) und das vorausgegangene Zwischentief im Bereich 10.450/10.500 zeigt, dass die Skepsis der Investorenmehrheit weiter anhält – sonst hätten Kaufinteressenten dort verstärkt zugegriffen. Um ein vertrauensvolles Zeichen zu senden, muss der Index nun nach wie vor einen Ausbruch über die starke Verkaufszone bei 10.650/10.800 schaffen. Dieser Verlauf ist zwar nicht auszuschließen, doch vorläufig existieren dafür überhaupt keine Anhaltspunkte. Anleger warten somit besser ab, bevor sie auf steigende Kurse wetten.

Lukrativ ist derzeit eher das Gegenteil: Wer die Erholung zum Wochenende nutzen will, um billiger in Short-Positionen einzusteigen, kann jetzt mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis auf fallende Kurse setzen (passende Papiere haben wir wie immer am Ende der Analyse aufgeführt). Doch Vorsicht, diese Wette ist nur für äußerst risikofreudige Trader interessant, denn im Tageschart zeigt sich neben dem seit 2015 bestehenden Abwärtstrend (blau punktiert) seit Februar auch eine alternative Aufwärtsbewegung (grün).

Auch im länger zurück reichenden Wochenchart zeigt die Tendenz noch nach Norden. Solange der DAX zudem oberhalb seines 200-Tage-Durchschnitts (violett) verläuft, sollte nur kurz auf Verluste gesetzt werden. (Teil-)Gewinnmitnahmen sollten schon bei 10.260/10.350 erfolgen. Spätestens bei 10.100 schrumpft das kurzfristige Abwärtspotenzial stark zusammen, wenngleich auf lange Sicht auch Indexstände um 9700/9800 an der Aufwärtstrendkanal-Untergrenze drohen.

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