Dax: Die Wall Street bereitet Sorgen

Zumindest im ersten Anlauf war für den DAX die Marke von 10.800 eine zu hohe Hürde. Auf die beiden negativen Kerzen am Montag und Dienstag folgten gestern zeitweise deutlichere Gewinnmitnahmen. Wie erwartet kauften Anleger das Tagestief und damit die Unterstützung bei 10.650. Damit korrigierte der Markt rund ein Drittel der Aufwärtsbewegung seit dem Umkehrpunkt vom 13. Oktober, was im Rahmen einer Aufwärtsbewegung durchaus häufig zu beobachten ist. Die Bullen haben noch alle Karten in der Hand, allerdings sollte das gestrige Tief nicht mehr unterschritten werden.

Eine Entscheidung rückt näher, zumal der Spielraum für den DAX recht klein ausfällt. Im Hauptszenario erweist sich die Schlüsselmarke von 10.650 als Sprungbrett für einen neuen Aufwärtsimpuls, der den Index möglichst dynamisch über das bisherige Jahreshoch von 10.828 führt. Sollte hingegen die Kurse (per Tagesschluss) unter 10.650 fallen, ist die Herbstrally mit erhöhter Wahrscheinlichkeit vorerst beendet und eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung wäre zu erwarten.

Wohin die Reise gehen wird, dürfte wie so häufig in der Vergangenheit an der Wall Street entschieden werden. Anders als der DAX steht der S&P 500 kurz vor einem Verkaufssignal, entsprechend nervös sind daher die Investoren auf beiden Seiten des Atlantiks. Bereits seit dem Rekordhoch im August zeigt der Chart eine Serie von fallenden Hochpunkten, die verbunden einen kurzfristigen Abwärtstrend ergeben (rote Linie). Erholungen wurden in den vergangenen Wochen immer früher zum Ausstieg genutzt, ein negatives Zeichen. Zugleich erwies sich die Ausbruchszone bei 2115 bis 2130 bisher als zuverlässige Unterstützung.

Je öfter allerdings der Nachkaufbereich in Anspruch genommen wird, desto weniger Käufer stehen zur Verfügung. Der laufende dritte Test könnte daher eine Entscheidung bringen. Behauptet sich der Index erneut und klettert über den Abwärtstrend bei 2160, wäre die Gefahr vorerst gebannt. Der DAX sollte dann aufgrund der relativen Stärke das Jahreshoch schnell überwinden. Fällt hingegen der S&P 500 per Tagesschluss unter 2115, droht mindestens ein Test der 200-Tage-Linie bei 2075. DAX-Anleger müssten im negativen Fall mit einem Rücklauf an den unteren Bereich der Schiebezone bei 10.265/10.350 rechnen.

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