DAX: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Am Donnerstag wollten Investoren mit neuen Positionen keine großen Risiken eingehen und hielten sich zurück. Das Handelsvolumen auf Xetra blieb bereits den vierten Tag in Folge unter der Schwelle von drei Mrd. Euro. Erst wenn der Markt wieder klare Signale liefert, dürften auch die Umsätze anziehen und könnten so eine nachhaltigere Bewegung auslösen. Die am Donnerstag ausgebildete Tageskerze mit einem langen oberen (Tageshoch) und unteren (Tagestief) Schatten zeigt daher sehr deutlich die aktuell vorliegende Unsicherheit. Nach wie vor fehlen die erlösenden Signale von der Wall Street (s. gestrige Ausgabe). Frischen Schwung könnten heute die Zahlen zum US-BIP liefern, die um 14.30 Uhr veröffentlicht werden.

Auch wenn der nachhaltige Ausbruch aus der seit Monaten anhaltenden Seitwärtsspanne mit dem Jahreshoch bei 10.827 zunächst nicht erfolgte, bleiben die Aussichten für den DAX noch positiv. Die Unterstützung im Bereich um 10.650 wurde am Donnerstag erneut bestätigt. Im hochaufgelösten 5-Minuten-Chart kann seit dem Tief zur Wochenmitte sogar eine kleine Serie von steigenden Umkehrpunkten eingezeichnet werden (grün gestrichelt). Auch der Monatsdurchschnitt (blaue Linie) steigt weiterhin an und verstärkt zu Beginn der kommenden Woche die Nachkaufzone bei 10.650.

Solange der Markt den Bereich behauptet, bleibt ein Anstieg über die Hürde bei 10.800/10.830 das etwas wahrscheinlichere Szenario. Fällt der Markt unter 10.650 – vor allem auf Wochenschlusskursbasis – würden dies ein klar negatives Signal für die kommenden Handelstage liefern. Mittelfristig wären dann erneut die Tiefpunkte der vergangenen Wochen bei 10.265 bis 10.350 im Spiel und damit eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung. Ein neuer und länger anhaltender Trend liegt hingegen erst vor, wenn der DAX nachhaltig unter 10.000 rutscht oder über 10.850 steigt.


Auf Seite 2: Empfehlung der Redaktion

Weitere Links:

  • Dax-Realtimekurse

boerse-online.de