Dax: Anleger gehen in Deckung – Deutsche Bank-Aktie und Lufthansa fällt

Die Titel der Deutschen Bank sackten am Montag erneut um bis zu 3,8 Prozent auf 11,64 Euro ab. Investoren waren vor allem enttäuscht darüber, dass die Unsicherheiten über die drohende Mega-Strafe aus den USA bei der IWF-Herbsttagung am Wochenende nicht aus der Welt geschafft werden konnten. Dax und EuroStoxx50 pendelten mit 10.511 und 3001 Punkten um ihre Schlusskurse vom Freitag.

Auf der Stimmung der Anleger lastete auch die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA. Zwar sprach nach dem zweiten TV-Duell zwischen den Rivalen Hillary Clinton und Donald Trump Umfragen zufolge weiter alles für die Demokratin. “Verlassen kann man sich aber nicht darauf, dass der Kelch eines US-Präsidenten Donald Trump an den Märkten vorbeigeht”, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Viele Börsianer befürchten, dass unter einem Präsidenten Trump mit deutlich mehr Unsicherheit zu rechnen ist als unter seiner demokratischen Rivalin.

Anleger am Devisenmarkt stellten sich dagegen bereits auf einen Sieg Clintons ein. Der mexikanische Peso, der als US-Wahlkampfbarometer gilt, stieg zum Dollar um gut zwei Prozent auf 18,91 Peso. Das war der höchste Stand seit fast einem Monat.

Nach den US-Wahlen Anfang November erwarten Börsianer eine Zinserhöhung in den USA. Das belastet tendenziell die Kurse von Aktien, da andere Anlagemöglichkeiten attraktiver werden. Die Präsidentin der Fed von Cleveland, Loretta Mester, sprach sich am Freitagabend für eine baldige Anhebung der US-Leitzinsen aus, obwohl sich der Boom am Jobmarkt im September abgeschwächt hat.”Mesters Aussagen sind als klarer Hinweis darauf zu werten, dass es im Dezember zu einem Zinsschritt kommen dürfte”, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

SÄMTLICHE FINANZWERTE IN EUROPA UNTER DRUCK

Der Stimmungsumschwung bei den Aktionären der Deutschen Bank zog im Dax die Titel der Commerzbank um 2,7 Prozent nach unten. Auch andere europäische Geldhäuser wie Barclays, Royal Bank of Scotland, BNP Paribas, ING und UniCredit gaben deutlich nach. Der europäische Bankenindex sackte um 1,2 Prozent ab und war damit der schwächste Branchenindex in Europa.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte am Wochenende bei einem Spitzentreffen mit Vertreten des US-Justizministeriums am Rande der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington laut “Bild am Sonntag” und “FAZ” keine Einigung über die drohende Strafe von 14 Milliarden Dollar im Hypothekenstreit erzielen können. “Man hatte die Hoffnung, dass eine schnelle Einigung möglich ist”, sagte ein Börsianer. “Diese wurde nun zerstört.” In den vergangenen Tagen hatten die Deutsche-Bank-Titel stärker als der Markt zugelegt.

Lufthansa gerieten in den Sog ihres Rivalen Air France KLM und verloren 1,7 Prozent. Die Franzosen beförderten im September weniger Passagiere als erwartet. Zudem lastet eine Herabstufung von Easyjet auf dem Sektor.

An der Börse in London gab ein neuer Anlauf für eine Fusion mit dem Konkurrenten Amaya aus Kanada dem Wettanbieter William Hill Auftrieb. Die Aktien legten um 6,4 Prozent auf 314 Pence zu.

rtr

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