Barrick Gold-Aktie: Mit doppeltem Rabatt einkaufen

Für den größten Goldproduzenten der Welt geht es langsam wieder aufwärts. Die massiven Kostensenkungsprogramme zeigen Wirkung, der Gewinn schnellte im dritten Quartal auf 175 Mio. Dollar nach einem Nettoverlust von 264 Mio. Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis blieben 0,24 Dollar je Aktie hängen, Analysten hatten mit 0,20 Dollar gerechnet. Im Zeitraum von Juli bis September holten die Kanadier 1,38 Millionen Unzen Gold aus der Erde bei Produktionskosten von 766 Dollar je Unze. Aufhorchen lässt der Blick auf das Gesamtjahr: Barrick passte das Produktionsziel von fünf bis 5,5 Millionen Unzen auf 5,25 bis 5,55 Millionen Unzen an. Zugleich sollen die Produktionskosten weiter sinken, avisiert wird eine Range von 740 bis 775 Dollar je Unzen.

Hebelwirkung beachten

Auch der Goldpreis spielt dem Branchenriesen wieder in die Karten. Trotz der Verluste in den vergangenen fünf Wochen steht die Feinunze seit Jahresbeginn noch knapp 20 Prozent höher. Zusammen mit den sinkenden Förderkosten wirkt sich dies vereinfacht dargestellt wie ein Hebel für Barrick Gold aus. Zum Jahreswechsel stand das Edelmetall noch bei 1100 Dollar. Bei unterstellten Förderkosten von 760 Dollar bleibt ein Gewinn von 340 Dollar. Inzwischen steht der Goldpreis mit 1250 Dollar rund 15 Prozent höher. Der Gewinn legt entsprechend auf 490 Dollar zu und somit um gut 40 Prozent. Goldminenaktien wie Barrick Gold weisen daher einen eingebauten Hebel auf und reagieren entsprechend kräftig auf Preisänderungen beim Edelmetall.

Die charttechnischen Aussichten sehen zudem gut aus. Zuletzt hat die wichtige Unterstützung bei rund 15,40 Dollar gehalten, die Papiere wurden im Dunstkreis der 200-Tage-Linie (violett) gekauft. Auf der Oberseite stellt die Region um das Jahreshoch bei 21,50/23,50 Dollar die nächste Barriere dar. Sollte der Goldpreis und damit die Aktie stärker unter Druck kommen, sichern die Nachkaufzonen bei zehn und 13 Dollar ab. Noch kräftigere Verluste sind nicht zu erwarten, selbst während der scharfen Korrekturen im Frühjahr 2013 und Sommer 2015 entfernte sich der Kurs nicht um mehr als 30 Prozent von seiner 21-Tage-Linie, die aktuell bei 16,40 Dollar verlauft.

Verlockende Chance

Für Anleger, die von den Chancen bei Barrick Gold profitieren wollen, aber nicht ganz so viel Risiko eingehen möchten, bietet sich derzeit eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Gegenüber dem Jahreshoch notiert die Aktie noch gut 25 Prozent tiefer und steht über guten Unterstützungen. Die Vola ist hoch und führt zu attraktiven Konditionen bei Discount-Zertifikaten wie der WKN PB57NN. Aktuell kostet der Schein rund 12,10 Euro, Anleger steigen mit einem Rabatt von mehr als 20 Prozent ein. Die Gewinnschwelle liegt bei rund 13,30 Dollar und damit im Bereich der erwähnten Haltemarken. Steht die Barrick-Aktie zum Laufzeitende Mitte Dezember 2017 über 16 Dollar, erzielen Anleger (bei unveränderten Wechselkursen) eine Maximalrendite von knapp 20 Prozent oder 17 Prozent p.a.

Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des börsentäglichen Anlegermagazins “Index-Radar”. Der Spezialist für Technische Analyse ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF), Gastautor bei n-tv und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare, referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) und betreute mehrere Jahre für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily.
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